20.06.2017 - 11:13
EÖTV U12 Meisterschaft
20.06.2017 - 09:55
Austria - Ranking Mai ...
29.05.2017 - 15:56
Günther Bamberzky verl...
01.07.2017 England
Grand Prix in London
=> Webseite <=
08.07.2017 USA
Grand Prix in Washington
=> Webseite <=
15.07.2017 Portugal
International Open in Cascais
=> Webseite <=


12.04.2017 - 09:55
Download Interview
Interview mit
Roman Hahslinger

images/news-pics/183_1491984059.jpg


EÖTV:
Lieber Roman, freut mich sehr, Dich nach gut einem Jahrzehnt wieder zu sehen. Trotz dieser langen Zeit konnte ich Deinen beruflichen als auch teilweise Deinen privaten Werdegang recht gut mitverfolgen, bist Du doch über soziale Medien wie Facebook sehr aktiv. Außerdem wurde auch Deine Hochzeit im Privat-TV (VOX) live übertragen. Auf diesem Wege möchte ich Dir einleitend meine herzlichen Glückwünsche für das Erreichte mitteilen. Einer der Gründe warum ich gerade Dich für mein erstes Interview gewählt habe ist jener, dass wir fast zeitgleich mit dem Tischfußballsport begonnen haben, bei Dir und dem TSC Vienna Arsenal war es ein paar Monate früher, Ende 1983/Anfang 1984 meine ich. Erzähle uns bitte, warum hast Du damals mit dem Tischfußball begonnen und den TSC Vienna Arsenal gegründet?

Hahslinger Roman:
Also gegründet haben wir den TSC Vienna Arsenal am 23. November 1983 wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe…. und begonnen hat es damit, dass mir das Spiel einmal zu Weihnachten geschenkt wurde und ich es in der Anfangszeit mit den Freunden in der Siedlung daheim am Boden gespielt habe. Dann haben wir einmal in solch einer Subbuteo-Tischfußball-Packung ein Schreiben gefunden, in dem wir über bereits bestehende österreichische Vereine und einen österreichischen Tischfußball-Verband informiert wurden. Daraufhin haben wir den Verband angeschrieben und umgehend eine Antwort erhalten. Dann sind wir halt in diese „Bellegardegasse“ gegangen, haben uns dieses Spiel einmal angesehen und festgestellt, dass „die das ein bisserl anders als wir auf dem Fußboden spielen“… Dann ist gleich einmal ein gewisser Robert Marischka aufgetaucht, der sich uns angeschlossen hat und uns einmal gezeigt hat wie das Spiel nun tatsächlich gespielt wird. So wurde dann also der TSC Vienna Arsenal gegründet, im Grunde mit Leuten, die das Spiel nach ihren eigenen Regeln am Boden gespielt haben, aber im Endeffekt hat es auch so funktioniert.

EÖTV:
Ich kann mich noch sehr gut erinnern… In der Anfangsphase war da mehr als nur sportliche Rivalität zwischen dem TSC Vienna Arsenal und dem TVB Mödling. Beide Teams wollten wohl zuerst den Anschluß an die damals „Großen“, den TSC Royal 78 Kaisermühlen, den TFC Wien-West und den TFC Red Star Vienna schaffen. Trotz dieser großen Rivalität hast Du Deine aktive Karriere beim einstigen großen Rivalen, dem TVB Mödling beendet. Wie sind Deine Erinnerungen an diese Zeit, vor allem an die damalige Rivalität?

Hahslinger Roman:
Die Erinnerungen sind eigentlich im Nachhinein betrachtet sehr gute. Ich kann mich an ein Österreich-Liga-Heimspiel von Vienna Arsenal erinnern, bei mir im Haus im Keller des Gemeindebaus, war eigentlich in einem Fahrradkeller, erinnern. Wir mussten die Fahrräder aus dem Raum schieben, sodass genau 2 Tische Platz hatten. Hat ewig gedauert, enge Atmosphäre, sehr aufgeheizte Stimmung (lacht), es war wunderbar. Und natürlich sind wie damals in unseren Duellen beim Verlierer fast schon Tränen geflossen. Ich kann mich noch erinnern, dass die Duelle damals immer recht klare Angelegenheiten für eines der beiden Teams waren. Diese Super-Rivalität hat aber letztlich zur Folge gehabt, dass beide Teams sehr rasch immer stärker wurden. Und zum Ausklingen der Karriere: Ich bin damals immer sehr gerne nach Mödling gefahren, die Klubabenden waren immer sehr gut organisiert, leider war es halt für mich doch sehr weit von Floridsdorf, womit ich nicht sehr oft dabei sein konnte. Ich kann mich noch erinnern, dass ich gegen Ende in Mödling einen kleineren Bewerb gewinnen konnte, obwohl damals sehr starke Spieler wie Thomas und David Busch, Stephan Linhart, Manfred Pawlica, etc. gespielt haben. Daran erinnere ich mich noch sehr gerne zurück. (Anmerkung der Redaktion an die vor allem jüngeren Mitglieder: Damals wurde die Ö-Liga noch mit Heim- und Auswärtsspielen ausgetragen, wobei zumeist zwei Spielzeiten auf jeweils zwei Tischen ausgetragen wurden, Spielerwechsel zur Halbzeit gab es damals nicht).

EÖTV:
Hattest Du in Deiner aktiven Zeit einen Lieblingsgegner bzw. gegen welche Gegner hattest Du größere Probleme? Hattest Du ein nationales bzw. internationales Vorbild in der Tischfußballszene?

Hahslinger Roman:
Also sehr gerne habe ich gegen die Royalisten wie Michael Hasieber oder Gerhard Ecker gespielt, nicht so gerne spielte ich gegen die Spieler von Wien-West, allen voran Marco Pongratz und Marios Anastassiou. Das war dann mehr eine mentale Sache, meistens war das Spiel schon beim Aufstellen der Figuren verloren. International kann ich mich noch an mein erste EM erinnern, wo ich allerdings nicht als Teilnehmer, sondern als Funktionär mitgefahren bin. Dort haben sich dann meine Vorbilder herauskristallisiert und Willy Hofmann aus der Schweiz war dann einer davon. Er hatte eine sehr überlegte und edle Spielweise. Ich glaube so etwas gibt es heute in dieser Form nicht mehr.

EÖTV:
Kannst Du Dich noch an Deinen größten Erfolg bzw. Deine größte Enttäuschung während Deiner aktiven Karriere erinnern?

Hahslinger Roman:
Mein größter Erfolg war mit Sicherheit der Gewinn des „Dolo Opens“ in Venedig. Dort konnte ich hintereinander 3 sehr starke Italiener – teilweise erst im Freistoßschießen – ausschalten. Dazu gekommen ist noch, dass wir eine Art Teamreise mit Familie und Bekannten nach Venedig organisiert haben. Wir waren zu zehnt in Dolo und es war natürlich super vor quasi eigenem Publikum zu gewinnen und einen riesigen Pokal mitzunehmen. Ich kann mich auch noch erinnern, dass ich 1984 gleich in der ersten Saison den Juniorenmeistertitel gegen Andi Wallner im Finale gewonnen habe (hier waren wir uns nicht einig, Roman meinte das Turnier war im SKK, ich glaube zu wissen, dass die Juniorenmeisterschaft in Mödling ausgetragen wurde). Und ich erinnere mich auch noch einmal österreichischer Vizemeister hinter Erich Hinkelmann geworden zu sein. Die größte und schmerzlichste Enttäuschung war eindeutig eine 0-1 Niederlage in der Ö-Liga gegen Robert Anibas vom TFC Red Star Vienna durch ein Eigentor. Das war immer so ein Muß-Sieg, eine Bank…

EÖTV:
Du warst gegen Ende Deiner aktiven Karriere Vorreiter, die Ö-Liga an einigen, wenigen Wochenenden auszutragen. Diese Idee wurde dann vom derzeitigen EÖTV-Vorstand übernommen und im Rahmen des „Champion-Weekends“ gespielt. Findest Du diesen Weg nach wir vor richtig?

Hahslinger Roman:
Leider ja! Heutzutage geht es organisatorisch nicht mehr anders. Es gibt sehr viele Terminprobleme. Es ist wie bei den Fußball-Ländermatches, die ja auch nur noch an wenigen Wochenenden des Jahres gespielt werden. Obwohl ich sagen muss, dass es schon etwas ganz besonderes war, als man früher nur ein Spiel, auf das man sich ganz gezielt vorbereiten konnte, hatte. Ich bin froh, dass ich diese Zeit erleben durfte, leider wird es das wie schon eingangs erwähnt heutzutage aus organisatorischen Gründen nicht mehr geben.

EÖTV:
Stichwort Mannschaftsbewerb! Was ist Deiner Meinung nach das große Geheimnis beim 4 gegen 4?

Hahslinger Roman:
Das ist nicht nur beim Tischfußballsport so, dass mehrere Einzelspieler gegen Einzelspieler einer anderen Mannschaft spielen. Es ist schon etwas ganz besonderes, nur für den Außenstehenden ist es dann schwierig zu verstehen, warum dann ein Team 1-0 führt und plötzlich ist sie 0-1 zurück. Außerdem habe ich es besser gefunden, als man zur Halbzeit nicht einen Spieler wechseln durfte.

EÖTV:
Wann und warum hast Du Deine Karriere beendet?

Hahslinger Roman:
Das Karriereende war mit Sicherheit aus beruflichen Gründen, da der Arbeitsanfall immer mehr wurde. Sonst gab es keine tieferen Ursachen.

EÖTV:
Beobachtest Du das Geschehen auf dem Grünen Filz auch heute noch? Wenn ja, wie denkst Du darüber?

Hahslinger Roman:
Ja beobachte ich, allerdings leider nur über quasi internationale Medien. Ich schaue immer wieder auf die FISTF-Homepage, wo ich dann mich auch über den heimischen Tischfußballsport informieren konnte, da die EÖTV-Homepage leider nicht sehr ergiebig war (Kurzer Zwischenruf EÖTV: Hoffe, das ändert sich u. a. durch die Fortführung der Interviews in naher Zukunft…). Sehr gut gefallen hat mir, dass ich auf der FISTF-Seite gelesen habe, dass wieder neue Länder dazugekommen sind, z. B. Argentinien.

EÖTV:
Letzte Frage, „Hätti-Wari“? Würde der EÖTV jemals zu einem „Senior-Classic“ laden, wärst Du dabei?

Hahslinger Roman:
Da wäre ich sicher dabei, ja. Ich wollte auch jetzt schon Österreichliga spielen, leider wären wir aber nur zu Dritt gewesen… Würde mich sehr freuen, einen Tag/Abend gemeinsam mit den damaligen Spielern zu verbringen.

Roman, herzlichen Dank für das Interview und wer weiß vielleicht sehen wir uns wieder bei einem Turnier oder spätestens beim „Senior-Classic“?
 




Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.